Home    IRC    Kryptographie    PGP    Mittelalter    Gaukelei    Tanzen    Privates

Missed-hole Technik

Einführung

Struktur der Missed Hole-Technik Werden beim Schären einzelne Löcher der Brettchen nicht mit Kettfäden geschärt, so ergeben sich beim kontinuierlichen Weben in eine Richtung Lücken im Gewebe, an denen der Schußfaden sichtbar werden kann. Wird bspw. ein im Vergleich zu den Kettfäden relativ dicker Schußfaden verwendet, so wird dieser i.d.R. in jedem Falle sichtbar, ansonsten hängt die Sichtbarkeit des Schußfadens an diesen Lücken davon ab, wie stark der Schußfaden angezogen wird. Durch die sich ergebenden Lücken können Strukturen im Gewebe entstehen, die z.B. Diagonalmuster ohne den Einsatz von Farben erzeugen können. Aufgrund der sich ergebenden Struktur erreichen diese Bänder einen gewissen dreidimensionalen Effekt (vgl. Ausschnitt aus einem Gewebe rechts, stark vergrößert).

Der Reiz dieser Technik ist die sich ergebende Struktur der Oberfläche, weswegen man von einem Strukturgewebe sprechen könnte. Zur Erzeugung der Struktur fehlen (engl.: miss) Kettfäden in Löchern (engl.: hole). Im englischen Sprachgebrauch wird daher auch von der missed hole-Technik gesprochen. Diesen Begriff werde auch ich im folgenden verwenden, wenn ich diese Technik beschreibe.

Jede Technik, bei der Löcher nicht geschärt werden fällt per Definiton also unter den Begriff der missed hole-Technik. Es gibt eine Vielzahl möglicher Varianten, im üblichen Sprachgebrauch der Brettchenweber hat sich aber unter dem Begriff missed hole-Technik eine Variante etabliert, bei der in vierlöchrigen Brettchen ein Loch nicht geschärt ist. Das diesem Loch gegenüberliegende Loch wird mit einer Farbe geschärt, die anderen beiden (gegenüberliegenden) Löcher mit einer gemeinsamen Farbe. Betrachtet man diese Schärung, so kann man das Loch mit der Ziffer 0 und die Farben mit den Ziffern 1 und 2 bezeichnen. Kurt Laitenberger spricht daher auch von der 0-1-2-1-Methode des Einzugs.

Häufig wird bei dieser speziellen missed hole-Technik der andersfarbige Kettfaden aus einem anderen Material oder in einer anderen Stärke gewählt um den Struktureffekt noch hervorzuheben. So berichtet Marijke van Epen in der Zeitschrift Ornamente (Ausgabe September 2000) von historischen Brettchengeweben aus Norwegen und Island, bei denen der einzelne Kettfaden aus meist roter Schurwolle auf einem weißen Leinenuntergrund gewebt wurde.

(Übrigens: Genau genommen sind die Stippengewebe nur eine Sonderform der missed hole-Technik, denn auch hier werden jeweils zwei gegenüberliegende Löcher nicht mit Kettfäden geschärt.)

Anleitung

Schärung

Die folgenden Angaben zum Schären beziehen sich nur auf die Brettchen des Mittelfeldes, ein Rand (mit 4 Kettfäden pro Brettchen) wird wie gewohnt zusätzlich benötigt. Die Brettchen werden in zwei gegenüberliegenden Löchern mit Kettfäden geschärt, die beim Weben den Hintergrund bilden. In einem der verbleibenden Löcher wird der Kettfaden geschärt, der im Gewebe das Muster bildet. Das diesem Loch gegenüberliegende Loch bleibt leer.

Die Anfangsposition der Brettchen und deren Anfangsstellung ist nun davon abhängig, wie das Muster zu Beginn des Webens entstehen soll und wie die Webebriefe erstellt werden (mehr dazu weiter unten). Werden zum Beispiel für Z-Diagonalen Vorwärtsdrehungen der Brettchen im Webebrief vorgesehen, so müssen die Brettchen am Anfang natürlich in Z-Stellung (S-Schärung) gestellt sein. Für die Anfangsstellung der Brettchen (welcher Kettfaden welches Brettchens steht zu Beginn des Webens in welchem Loch) ist das zu Beginn des Webvorgangs gewünschte Muster relevant. Mehr dazu findet sich weiter unten beim Thema Musterentwurf.

Für die von mir erstellten Muster gilt folgende Anfangsstellung: Alle Brettchen sind in S-Richtung geschärt (in Z-Richtung gestellt). Wie bei der Köperbindung oder dem Stippengewebe sind die Brettchen zyklisch geschärt. Im ersten Brettchen des Mittelfeldes (erstes Brettchen links) befindet sich der das Muster bildende Kettfaden in Loch D. Im zweiten Brettchen befindet sich der das Muster bildende Kettfaden in Loch A, im dritten Brettchen in Loch B usw. Es ergibt sich folgender Schärbrief für die Farben Weiß (Hintergrund) und Rot (Muster):

Schärung Missed Hole
(Zur Verdeutlichung ist das nicht geschärte Loch mit einem Kreuz gekennzeichnet.)

Natürlich ist es egal, in welchem Loch des ersten Brettchens der das Muster bildende Kettfaden geschärt ist, solange die Schärung der gesamten Kette zyklisch erfolgt. Die auf meinen Musterseiten vorgestellten Webebriefe basieren auf einer Schärung wie oben beschrieben (Muster bildender Kettfaden in Loch D des ersten Brettchens).

Webvorgang

Praktisch ist der Webvorgang recht einfach zu erklären, wenn ein Webebrief vorliegt: Im Webebrief werden - wie beim doppelseitigen Weben - Vorwärts- und Rückwärtsdrehungen durch unterschiedliche Symbole oder Farben gekennzeichnet. Ich verwende bei meinen Mustern weiße (helle / leere) Kästchen für Vorwärtsdrehungen und graue (dunkle) Kästchen für Rückwärtsdrehungen. Jedes Kästchen steht für eine Drehung eines Brettchens:

Webebrief Missed Hole
Ausschnitt aus einem Webebrief

Das Weben selber kann nun entweder mit einem oder zwei Päckchen erfolgen. Wird nur ein Päckchen verwendet, müssen die Brettchen anhand des Webebriefes einzeln (bzw. in Gruppen von Brettchen gleicher Drehung) gedreht werden. Bei der Methode mit zwei Päckchen wird ein Päckchen vorwärts, das andere rückwärts gedreht. Vor jedem Schuß werden die Brettchen in das jeweilige Päckchen sortiert. Die beiden Methoden entsprechen denen mit einem oder zwei Päckchen beim doppelseitigen Weben.

Webebrief Diagonale Der Webvorgang auf theoretischer Basis ist nicht so einfach zu erklären wie bspw. beim Stippengewebe oder der Köperbindung, was durch die Diagonalstellung des Muster bildenden Kettfadens zum nicht geschärten Loch zu erklären ist. Vereinfacht wird die Betrachtung durch die generelle Regel, dass S-geschärte Brettchen (Brettchen in Z-Stellung) bei Vorwärtsdrehungen Z-Drehungen bilden und in Mustern damit Z-Diagonalen entstehen. Bei Rückwärtsdrehungen gilt umgekehrtes. Die Linien im Gewebe - also das Muster - entstehen durch den dem nicht geschärten Loch diagonal gegenüberliegenden Kettfaden des Brettchens. Soll also eine Z-Diagonale gewebt werden, so sind Vorwärtsdrehungen durchzuführen, für eine S-Diagonale entsprechend Rückwärtsdrehungen.

Wie in dem Ausschnitt aus einem Webebrief rechts zu sehen, ist es somit relativ einfach, Diagonalen über 4 Drehungen zu erzeugen. Das nicht geschärte Loch macht sich nicht bemerkbar, an dieser Stelle wird der Schußfaden sichtbar. Sofern dieser in der Farbe des Hintergrundes ist, ergibt sich ein durchgängiges Diagonalmuster, im Beispiel rechts durch Vorwärtsdrehungen Z-Diagonalen. Im Webebrief beträgt der "Abstand" zwischen den für das Muster gezeichneten Linien 3 Kästchen.

Webebrief Diagonale Soll nun eine Diagonale über mehr als 4 Drehungen erzeugt werden - die Fäche des Hintergrundes zwischen den Diagonalen sozusagen vergrößert werden - so müssen Flottierungen von 2 Drehungen (4 Drehungen, 6 Drehungen usw. - immer ein Vielfaches von 2) zusätzlich gewebt werden. Eine solche Flottierung besteht aus einer Vorwärts- und einer Rückwärtsdrehung beim Weben des Hintergrundes. Der Struktureffekt bildet sich dabei heraus, wenn die der Grundrichtung entgegengesetzte Drehung als "mittlere" Drehung durchgeführt wird.

Am Beispiel des Ausschnitts aus dem Webebrief links soll dies verdeutlicht werden: Es sollen Z-Diagonalen gewebt werden, die Grundrichtung sind Vorwärtsdrehungen. Die Diagonalen sollen nur geringfügig weiter auseinander sein. Es muß also eine Flottierung (rot) gewebt werden. Zwischen den Linien der Diagonalen sind also 2 zusätzliche Drehungen durchzuführen. Wie oben bemerkt, ist die gegensätzliche Richtung - also die Rückwärtsdrehung - als mittlere Drehung durchzuführen. Zwischen den Linien der Diagonalen ist also immer folgender Drehrhythmus auszuführen: VVRVV (wie auch aus dem Webebrief zu entnehmen ist).

Sollen die Diagonalen noch weiter auseinander stehen, würde der Drehrhythmus zu VVRVRVV erweitert werden usw. Nun sollte auch klar sein, wie einfarbige Flächen entstehen: Durch ständiges abwechselndes Vorwärts- und Rückwärtsdrehen. Dabei ist jedoch die Kartenstellung zu beachten: Befindet sich der das Muster bildende Faden in Loch B, so beginnt das Weben der einfarbigen Fläche mit einer Rückwärtsdrehung, befindet er sich in Loch C, dann mit einer Vorwärtsdrehung.

Flottierung (Beispiel) (Anmerkung: Der geneigte Leser wird an diesem Punkt feststellen, dass eine einfarbige Fläche auch durch ständige VR-Drehungen möglich wären, wenn sich der Muster bildende Kettfaden in Loch A oder D befände. In diesen Fällen würde sich jedoch eine unerwünschte Flottierung eines den Hintergrund bildenden Kettfadens ergeben. Zu beobachten ist dieser Effekt auf der Rückseite des Bandes, wo der das Muster bildende Kettfaden beim Weben einer einfarbigen Fläche tatsächlich lange Flottierungen bildet, siehe Beispiel rechts.)


Musterentwurf

Nachdem nun das Weben einfarbiger Flächen und Diagonalen bereits erläutert ist, sollte ein Musterentwurf prinzipiell kein Problem mehr darstellen. In diesem Abschnitt möchte ich dennoch die Schritte aufzeigen und einige Tipps und Hinweise beim Entwurf von Mustern nennen.

Steht das zu entwerfende Muster fest, so eignet sich für den Entwurf des Webebriefes am besten kariertes Papier, bei dem jedes Kästchen ein Brettchen (waagerecht) und eine Drehung (senkrecht) repräsentiert. Für meine ersten Arbeiten habe ich eine Vorlage für 42 Brettchen und 65 Drehungen sowie eine Vorlage für 64 Brettchen und 41 Drehungen entworfen. Bei Drucken in 75%iger Skalierung entspricht die Größe dieser Vorlage etwa einem Blatt Papier DIN A4 (Hoch- bzw. Querformat). Die Vorlage kann heruntergeladen und angedruckt werden.

Webebrief Entwurf, Schritt 1 Der Entwurf des Webebriefes soll nun anhand eines einfachen Knotenmusters Schritt für Schritt gezeigt werden. Als erster Schritt wird das Muster auf das karierte Papier eingezeichnet (siehe Beispiel rechts). Vereinfacht werden die weiteren Schritte, wenn das Muster farbig auf das Papier gezeichnet wird (im Beispiel in Rot). Zur Fehlerkorrektur bieten sich Buntstifte an, bei denen Fehler mit einem Radiergummi entfernt werden können.

Beim Zeichnen und Entwurf eines Musters gibt es zwei grundlegende Dinge zu beachten:

Webebrief Entwurf, Schritt 2 Im nächsten Schritt müssen nun die Drehungen in das Papier eingezeichnet werden, d.h. der eigentliche Webebrief erstellt werden. Auch hier gibt es einige einfache Punkte zu beachten, damit Fehler beim Entwurf vermieden werden:

Webebrief Entwurf, Schritt 2 Er ergibt sich abschließend der rechts aufgeführte Webebrief für das entworfene Muster.

Beginn des Webvorgangs

Prinzipiell kann der rechts abgebildete Webebrief innerhalb eines Gewebes so wie abgebildet gewebt werden. Betrachtet man aber die Außenseiten, so ist schnell zu sehen, dass das Muster so wie im Webebrief angegeben ist, nicht für sich alleine als einzelnes Bändchen gewebt werden kann. Bereits weiter oben wurde festgestellt, dass der das Muster bildende Kettfaden zum Weben einer einfarbigen Fläche zu Beginn in Loch B oder C sein muß. Liegt für den rechts abgebildeten Webebrief aber die weiter oben abgebildete Grundschärung zugrunde, so befindet sich dieser Kettfaden bspw. für das erste Brettchen in Loch D, für das zweite Brettchen in Loch A. Wie weiter oben erwähnt, wäre also der Struktureffekt nicht erreichbar. Für das erste Brettchen rechts würde in diesem Beispiel sogar nur eine Flottierung des das Muster bildenden Kettfadens auf der Gewebeoberseite entstehen.

Folglich sind zu Beginn des Webvorgangs besondere, abweichende Maßnahmen erforderlich. Es bieten sich zwei Möglichkeiten an:

Ich persönlich bevorzuge aus zwei Gründen die Möglichkeit des Anwebens mit einem Startmuster ohne einfarbige Flächen:

  1. Mit einem entsprechenden Startmuster lassen sich schöne Einleitungen für Muster weben.
  2. Wird zu Beginn des Webens eine größere einfarbige Fläche gewebt, so bilden sich bereits am Anfang lange Flottierungen des das Muster bildenden Kettfadens. Dieser wird bis zu den ersten gewebten diagonalen Musterlinien nicht durch den Schußfaden gebunden. Abhilfe kann geschaffen werden, wenn die Kette vor dem Anweben mit den eigentlichen Schüssen gebunden wird. Dies kann z.B. durch Soumak-Stiche (eine Technik des Randabschlusses oder Konturstiches beim Teppichweben) zu Beginn und Ende eines Bandes erreicht werden.

Welche der beiden Möglichkeiten genutzt wird, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks oder auch des zu webenden Musters.

Anfangsstellung der Brettchen

Soll beim Musterentwurf zu Beginn des Webens von der oben beschriebenen Grundschärung abgewichen werden, weil entweder ein anderes Startmuster oder eine einfarbige Fläche angewebt werden soll, so sind die Brettchen vor dem Anweben in ihre richtige Stellung zu bringen. Am einfachsten geschieht dies, wenn die Anfangsposition des einfarbigen Kettfadens am Anfang unter die jeweilige Spalte für das Brettchen geschrieben wird.

Zur Ermittlung der korrekten Anfangsposition eines Brettchens genügt es, die ersten vier Drehungen, die dieses Brettchen durchführen soll, im Webebrief zu analysieren. Dabei ist eine elementare Grundregel hilfreich (vgl. dazu auch die entsprechenden Ausführungen in den Grundlagen):

Anfangsstellung Missed Hole Bei Drehungen in die gleiche Richtung beim Anweben ergeben sich die acht Möglichkeiten des Bildes rechts. Unter Berücksichtigung der Grundregel gilt dann für Möglichkeit 1, dass direkt mit der ersten Vorwärtsdrehung der einfarbige Kettfadens auf der Oberfläche erscheinen soll. Also muss beim Anweben das Brettchen den einfarbigen Kettfaden in Loch A geschärt haben. Für Möglichkeit 2 gilt, dass mit der zweiten Vorwärtsdrehung des Brettchens der Kettfaden auf der Oberfläche erscheinen soll. Ergo muss sich der einfarbige Kettfaden vor der zweiten Drehung in Loch A befinden und damit vor der ersten Drehung in Loch B. Entsprechendes gilt für die beiden anderen Möglichkeiten bei nur vorwärts zu drehenden Brettchen. Analog ist die Regel für die rückwärts zu drehenden Brettchen anzuwenden. Es ergibt sich als Anfangsposition für die Brettchen die unter der Zeichnung aufgeführte Position, bei der der Buchstabe das Loch der Schärung des einfarbigen Kettfadens bezeichnet.

Bei dieser Betrachtung ist es unerheblich, welche Drehungen nach dem ersten Erscheinen des einfarbigen Kettfadens folgen. Durch die eingezeichnete Richtung des Musters und die Drehrichtung des Brettchens für diesen Schuß ist die Stellung des Brettchens durch die Grundregel genau festgelegt. Zur Verdeutlichung und Zusammenfassung:

In der Zeichnung oben rechts sind daher nur die Drehungen bis zum ersten Erscheinen des einfarbigen Kettfadens aufgeführt. Um die Anfangsstellung eines Brettchens zu ermitteln genügt es also, die erste Stelle im Webebrief zu ermitteln, an der der einfarbige Kettfaden an der Oberfläche erscheint, die obige Regel für die Stellung des Brettchens vor diesem ersten Erscheinen des einfarbigen Kettfadens anzuwenden, und dann anhand des Webebriefes die bis zum Anfang durchzuführenden Drehungen quasi umgekehrt durchzuführen.

Mit diesem Verfahren lässt sich die Anfangsstellung jedes Brettchens ermitteln. Da beim Anweben möglichst schnell eine Bindung des einfarbigen Kettfadens erzeugt werden sollte, werden in der Praxis die meisten Webebriefe relativ früh für jedes Brettchen einen Punkt erreicht haben, an dem der einfarbige Kettfaden erstmalig an der Oberfläche erscheint. Werden dennoch größere einfarbige Flächen beim Anweben gewebt, so wurde bereits weiter oben erwähnt, dass dies durch ständig wechselnde Vorwärts-/Rückwärtsdrehungen erfolgt. Wie bei der Beschreibung des Webvorgangs schon beschrieben, befindet sich der einfarbige Kettfaden immer in Loch B oder C. Für diese Fälle gilt also: Ist die erste Drehung beim Anweben eine Vorwärtsdrehung, muss der einfarbige Kettfaden vor der Drehung in Loch B sein, bei einer Rückwärtsdrehung in Loch C.

Startmuster

Zum Schluß noch zwei schöne und einfache Möglichkeiten eines Startmusters für die Grundschärung: Die erste Möglichkeit besteht darin, durch ständige Vorwärts- bzw. Rückwärtsdrehungen Diagonalen über vier Schüsse zu erzeugen, bis das eigentlich zu webende Muster begonnen wird:

Startmuster Missed Hole
Startmuster (Beispiel für 24 Brettchen)

Dieses Startmuster läßt sich mit der Grundschärung weben. In der Zeichnung sind die "echten" Musterlinien zur Verdeutlichung in rot eingezeichnet. Ein Beispiel für solche Diagonalen habe ich in dem nach Musteranleitungen von Jacob van Scharrenburg erstellen Band (2. und 4. Bild) gewebt.

Bei der zweiten Möglichkeit werden zu Beginn 2 Brettchen breite, für zwei Drehungen gegeneinander laufende Diagonalen gewebt, die dann eine Art Dreicksmuster zu Beginn des Webvorgangs bilden:

Startmuster Missed Hole
Startmuster (Beispiel für 24 Brettchen)

Dieses Startmuster lässt sich ebenfalls mit der Grundschärung weben und kann dann in das eigentlich zu webende Muster überleiten. Ich verwende dieses Startmuster recht häufig, so z.B. in meinem ersten Band sowohl im Startmuster wie auch im Endmuster als Abschluß des Gewebes.

Zurück


© 27.01.2002 Guido Gehlhaar