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Literatur zu Brettchenweben

Die Literaturliste zum Brettchenweben ist in drei Teilbereiche aufgeteilt:

Monographien

Andersen, Paulli: Brikvævning
Borgen (DK), 55 Seiten

Brikvævning Das kleine Büchlein von Paulli Andersen in dänischer Sprache beschreibt kurz eine praktische Einführung in das Brettchenweben. Diese wird von einer fundierten und ausführlichen theoretischen Erläuterung der Webvorgänge begleitet. So wird z.B. sehr detailliert durch Zeichnungen unterstützt beschrieben, wie ein Brettchengewebe beim Drehen der Brettchen entsteht. Ferner sind die Möglichkeiten der Bildung diagonaler Linien ebenfalls sehr ausführlich dargestellt. Es werden einige wenige Grundmuster in Schnurbindung für 4-Loch-Brettchen sowie Grundmuster für Strukturgewebe (Brettchengewebe mit fehlenden Kettfäden in den Löchern) aufgezeigt. Gerade dieser Punkt, der in vielen anderen Büchern fehlt, macht das Buch von 1967 interessant. Abgeschlossen wird das Buch durch Beschreibungen doppelseitiger Webtechniken sowie spezieller Effekte beim Weben und beim Abschluß.

Das Buch ist im Handel nicht mehr erhältlich, kann ggf. gebraucht besorgt werden.


Atwater, Mary Meigs: Card Weaving
Universal School of Handicrafts, New York 1944, 24 Seiten

Card Weaving Text folgt


Berlin Englund, Sonja: Brickvävning - så in i Norden
Brickvävnad Förlag, ISBN 91-630-2414-4, 104 Seiten

Brickvävning - så in i Norden Text folgt, erhältlich z.B. bei Webstuhlmanufaktur Künzl


Bird, Eileen: Introducing Tablet Weaving
Pitman Publishing Corporation, ISBN 0-273-07076-2, 64 Seiten

Introducing Tablet Weaving Eileen Bird gibt in ihrem Buch eine ausführliche Beschreibung der Praxis des Brettchenwebens an. Es werden alle Schritte vom Schären der Kette bis zur Theorie der Webvorgänge beim Drehen der Brettchen beschrieben. Als Muster werden nur sehr wenige, primär auf Diagonalmustern basierende Grundmuster gezeigt. Interessant sind die Kapitel über das Weben mit 3-Loch-Brettchen sowie ein Kapitel über Strukturgewebe (Missed Hole-Technik). Jedoch sind diese zu kurz gehalten, um eine tiefergehende Betrachtung dieser beiden Techniken zu ermöglichen. Abgeschlossen wird das Buch durch eine kurze historische Betrachtung zum Brettchenweben.

Alles in allem handelt es sich bei dem Buch von Eileen Bird um eine gute Anleitung für den Praktiker unter den Einsteigern, wegen der englischen Sprache natürlich für den anglo-amerikanischen Raum. Fortgeschrittene Aspekte des Brettchenwebens bleiben jedoch aus oder werden nur zu spärlich behandelt. Dies geht aber bereits aus dem Titel hervor: "Introducing ..." (engl.: Vorstellung).

Das Buch ist im Handel nicht mehr erhältlich, kann ggf. gebraucht besorgt werden.


Clifford, Lois I.: Card Weaving
The Manual Arts Press, Peoria Illinois 1947, 39 Seiten

Card Weaving Text folgt


Collingwood, Peter: The Techniques of Tablet Weaving
Robin & Russ Handweavers Inc., ISBN 1-56659-055-8, 320 Seiten

The Techniques of Tablet Weaving Peter Collingswoods Buch ist wohl das Referenzwerk über das Brettchenweben. Es werden alle Facetten aller verschiedenen Techniken beschrieben. Diese werden in umfangreichen, verständlichen Grafiken ausführlich erläutert. Der fortgeschrittene Weber kann sich eine Vielzahl von Anregungen holen und anhand der vorgestellten Techniken neue Fähigkeiten erwerben. Für den Anfänger wird eine kurze generelle Einleitung gegeben, Muster zum Nachweben werden aber nicht vorgestellt. Techniken zur Endbearbeitung (z.B. Schlaufen, Endlosbänder) werden sehr ausführlich beschrieben. Bei der Endbearbeitung beschränkt sich Collingwood aber nur auf Möglichkeiten, die unmittelbar durch den Webvorgang erzielt werden können. Andere Techniken (z.B. Macramé) werden nur gestreift. Hier werden im Buch von Candace Crockett mehr Möglichkeiten gezeigt.

Das Buch von Collingwood ist als Referenzwerk ein Muss für jede Brettchenweberin und jeden Brettchenweber. Leider ist das Buch nur auf englisch zu erhalten und stellt daher höhere Anforderungen an das Sprachverständnis, die Beschaffungsmöglichkeiten und (leider auch) den Preis.


Crockett, Candace: Card Weaving
Interweave Press Inc., ISBN 0-934026-61-0, 141 Seiten

Card Weaving Das Buch von Candace Crockett (englische Ausgabe) enthält zwar einige Hintergrundinformationen, ist aber in seinen Inhalten primär an praktischen Aspekten ausgerichtet. Die Einführung in die Technik wie auch die Erläuterung sind sehr ausführlich und verständlich. Neben der Einführung enthält das Buch eine Vielzahl von Musterbeispielen zum Nachweben. Auch die Technik des zweifarbigen Webens ist sehr schön und mit vielen Beispielen erläutert. Leider kommt aber das Thema des doppelseitigen Webens zu kurz. Abgerundet wird das Buch mit der Beschreibung einer Vielzahl struktureller Techniken sowie Möglichkeiten der Verarbeitung der Bandenden, bleibt aber bei letzterem Punkt oftmals sehr oberflächlich.

Für den Anfänger meiner Meinung nach das beste Buch zum Einsteigen. Eine deutsche Version des Buches ist ebenfalls erhältlich und beinhalt einen Satz Brettchen zum direkten Ausprobieren des Brettchenwebens.


Crockett, Candace: Card Weaving
Watson-Guptill Publications, ISBN 0-273-00415-8, 143 Seiten

Card Weaving Das Buch Card Weaving von Candace Crockett erschien 1973 in einer ersten Fassung. Diese wurde grundlegend überarbeitet und ist 1991 unter gleichem Titel neu bei Interweave Press erschienen (siehe oben). Die Ausgabe von 1973 ist inhaltsgleich mit der Ausgabe von 1991, die neuere Ausgabe ist in vielen Punkten aber wesentlich ausführlicher.

Da das Buch nicht mehr im Buchhandel erhältlich ist (und zudem mit der neuen Ausgabe inhaltsgleich), ist es in dieser Literaturliste nur der Vollständigkeit halber aufgeführt.


Dyer, Anne: New ways with tablet weaving
Westhope College, Craven Arms, Shropshire 1996, ISBN 0-9524045-1-6, 61 Seiten

New ways with tablet weaving Text folgt


van Epen, Marijke: Special Tablet Weaves
De Kaart Publications Gelselaar, Second revised English edition 2000, 39 Seiten

Special Tablet Weaves In ihrem kleinen spiralgebundenen Heft stellt die niederländische Brettchenweberin Marijke van Epen die Webtechniken des Stammes der Toraja aus Sulawesi (Indonesien) vor. Eines der bekanntesten von diesem Stamm gewebten Werkstücke wird wohl eine in der Technik der Mamasa Toraja gewebte Tasche, zu sehen im Tropenmuseum Amsterdam, sein.

Nach einer kurzen generellen Einführung in die Technik des Brettchenwebens werden Beispielmuster aus dieser Tasche vorgestellt. Im zweiten Teil wird die dreifarbige Technik der Sa'dan Toraja anhand einer Vielzahl von Mustern vorgestellt. Abgeschlossen wird das Heft durch einen Vergleich der beiden Techniken und einer Beschreibung der Muster anhand von Webdiagrammen.

Das Heft liegt in niederländischer und englischer Sprache vor kann bei Marijke van Epen zu einem Preis von 38,-- NLG bestellt werden. Auch wenn es eine Einführung enthält wendet es sich mit den komplexen Mustern doch eher an den erfahrenen Brettchenweber.


van Epen, Marijke: The Unknown Tablet Weaving
De Kaart Publications Gelselaar 2002, 191 Seiten

The unknown tablet weaving The Unknown Tablet Weaving ist die 2002 erschienene Übersetzung des Buches Anders Kaart Weven. In ihrem Buch stellt Marijke van Epen Gewebe aus den Andenregionen (vornehmlich Peru und Bolivien) und die Adaption der Herstellung der Gewebe in Brettchenwebtechniken vor. Die verwendeten Techniken sind dabei Köper, Kettrips, Stippengewebe (engl. pebble weave) und ein Vermaschungsgewebe (engl. Intermesh). Mit diesen vier Techniken lassen sich eine Vielzahl farbenfroher und motivreicher Brettchengewebe erstellen.

Das Buch beinhaltet einen kurzen historischen Abriß über Webtechniken der Andenregionen. Das Herstellen einer Kette wird ebenfalls kurz beschrieben, so dass auch Anfänger ohne Brettchenwebvorkenntnisse mit dem Buch arbeiten können. Der Hauptteil besteht aus einer Beschreibung der vier oben genannten Techniken und den Möglichkeiten zum Entwurf eigener Muster. Der erste Teil des Buches wird von einer Beschreibung der Originaltechniken abgeschlossen. Im zweiten Teil ist eine enorme Menge an Webbriefen zum direkten Nachweben aufgeführt. Besonders imposant sind die vier Farbseiten mit Abbildungen fertiger Gewebe.

Das Buch ist für 32 € bei der Autorin zu beziehen. Für fortgeschrittene Brettchenweber ist es meiner Meinung nach ein Muß. Anfängern ist es bedingt zu empfehlen, wenn sich diese für die genannten Techniken oder südamerikanische Textilkunst interessieren.


Werkschriften van Epen, Marijke: Werkschriften
De Kaart Publications Gelselaar

In den Patronenwerkschriften 1 bis 7 stellt Marijke van Epen eine Vielzahl von speziellen Techniken und vor allem Motiven zum Weben vor. Derzeit liegen die spiralgebundenen Hefte in niederländischer und teils in englischer Sprache vor können bei Marijke van Epen bestellt werden. Die genauen Inhalte der einzelnen Werkschritfen können einer Webseite mit den Publikationen von Marijke van Epen entnommen werden.


Groff, Russell E.: Card Weaving
Robin & Russ Handweavers Inc., ISBN 1-56659-008-6, 47 Seiten

Card Weaving Das Büchlein von Groff (leider nur in englischer Sprache zu erhalten) ist weniger als Buch mit theoretischen Hintergrundinformationen, noch als umfangreiches Anleitungswerk zu sehen. Es wird zwar eine kurze Einleitung gegeben, diese ist aber sehr oberflächlich und für einen blutigen Anfänger zum Erlernen der Technik kaum geeignet. Dafür kann das Buch aber als Mustersammlung gesehen werden, denn es werden insgesamt 53 Muster mit Anleitung dargestellt.

Viele der dargestellten Muster sind (leider) trivial, in anderen Werken enthalten oder Kominationen aus bekannten Mustern. Dennoch wird auch der fortgeschrittenere Brettchenweber die eine oder andere Anregung zum Nachweben finden.


Hald, Margrethe: Brikvævning
Copenhagen 1932, 50 Seiten

Brikvævning In Vorbereitung.


Hansen, Egon: Tablet Weaving
Hovedland Publishers, ISBN 87-7739-047-4, 135 Seiten

Tablet Weaving Der Untertitel von Egon Hansen's Buch lautet Histroy, Techniques, Colours, Patterns. Die Geschichte des Brettchenwebens wie auch die eigentliche Technik werden aber leider nur sehr rudimentär erwähnt. Dafür bietet Egon Hansen eine gute, vor allem sehr saubere, systematische Kurzübersicht über alle (mir bekannten) Techniken der Brettchenweberei mit allen dazu notwendigen Informationen (Schärung, Drehrhthymen usw.). Der eigentliche Schwerpunkt des Buches (welches das Buch auch ungemein reizvoll macht) liegt in der Beschreibung archäologischer Funde, die vollständig beschrieben und dokumentiert sind. Für diese Funde sind auf 63 Seiten die vollständigen Anleitungen zum Nachweben in (zugegeben etwas gewöhnungsbedürftigen) Webebriefen angegeben. Die in den Webebriefen beschriebenen Bänder sind komplett in Farbe in einem Katalog dargestellt.

Das Buch bietet für den etwas fortgeschritteneren Brettchenweber eine Fülle von Material und Ideen, vor allem auch in sonst in kaum anderen Büchern beschriebenen Techniken wie bspw. vierfarbige Schnurbindungen ("Snartemo"). Ein Anfänger sollte für die Beschreibung der Basistechnik aber in jedem Falle auf ein anderes Buch zurückgreifen, welches eine detailliertere Einführung enthält.

Leider ist das Buch im Handel nicht mehr erhältlich.

Hendrickson, Linda: Double-Faced Tablet Weaving: 50 Designs from around the world
Eigenverlag (zu beziehen über http://www.lindahendrickson.com/), 120 Seiten

50 Designs from around the world Linda Hendrickson stellt in diesem spiralgebundenen Heft die Technik des doppelseitigen Webens vor. Schwerpunkt des Buches jedoch sind 50 Anleitungen für doppelseitige Motive aus aller Welt. Diese Anleitungen können zum direkten Nachweben oder aber als Anregung zum Entwuf eigener Muster verwendet werden. Die dargestellten Motive sind dabei nicht ausschließlich von vorhandenen Brettchengeweben entnommen, sondern von anderen kulturhistorisch relevanten Vorlagen (so z.B. Töpferarbeiten).


Hendrickson, Linda: Tubular Cardwoven Neckpieces
Eigenverlag (zu beziehen über http://www.lindahendrickson.com/), 40 Seiten

Tubular Cardwoven Neckpieces In Vorbereitung.


Holzklau, Elisabeth: Brettchenweberei
Frech-Verlag Stuttgart, ISBN 3-7724-0264-x, 2. Auflage 1979, 48 Seiten

Brettchenweberei

Dieses kleine Büchlein geht nur auf die Technik des Brettchenwebens ein. Es beschreibt alle notwendigen Arbeitsschritte ausführlich und mit anschaulichen Abbildungen. Dabei werden auch wenige Hintergrundinformationen wie auch Tipps und Tricks genannt. Es werden einfache Muster für anfängliche Arbeiten dargestellt, wie auch Hinweise, wie diese einfachen Muster zum Erstellen komplexerer Muster (z.B. Diagonalmuster) eingesetzt werden können.

Das Buch ist im Handel nicht mehr erhältlich.

Joliet, Marga und Heribert: Brettchenweben
Verlag Paul Haupt, ISBN 3-258-02388-3, 179 Seiten

Brettchenweben Das Buch der Joliet-van den Berg's enthält neben einer Anleitung der Technik eine fundierte historische Betrachtung der Technik sowie eine umfangreiche Abhandlung über lernpädagogische Aspekte des Brettchenwebens. Im praktischen Teil werden einige wenige exemplarische Muster zum Nachweben aufgeführt, insgesamt sind die Möglichkeiten und Techniken aber sehr kurz und nicht immer in aller Vollständigkeit aufgeführt bzw. abgehandelt. Insofern ist das Buch für Anfänger, die das Brettchenweben als Technik ausprobieren möchten, weniger geeignet. Der Anfänger findet in anderen, neueren Werke bessere, ausführlichere und auch mehr Beschreibungen der Technik wie auch möglicher Muster zum Nachweben (z.B. das Buch von Candace Crockett oder Peter Collingwood - leider nur in englisch zu erhalten). Fortgeschrittene Brettchenweber erhalten neben durchaus interessanten Hintergrundinformationen ergänzend zu den genannten anderen Werken auch neue Anregungen zu speziellen Techniken. Anfängern sei eher die "Kurzfassung" von Joliet-van den Berg ans Herz gelegt (siehe unten).


Joliet - van den Berg, Marga und Heribert: Mit Brettchen gewebt
Christopherus Verlag Freiburg, Brunnen-Reihe 116, ISBN 3-419-52416-1, 32 Seiten

Mit Brettchen gewebt Mit Brettchen gewebt ist eine Kurzfassung des oben aufgeführten Buches Brettchenweben der gleichen Autoren. Das dünne Büchlein beschränkt sich aber ausschließlich auf die praktischen Aspekte der Technik des Brettchenwebens. Leider ist die Auswahl der webbaren Muster als Beispiele in diesem Buch sehr begrenzt, so dass ein wirklicher Anfänger auf andere Quellen zurückgreifen oder selber Muster entwerfen muss.

Das Buch eignet sich wegen seines günstigen Preises für Anfänger, die nur einmal in die Technik des Brettchenwebens hineinschnuppern wollen. Ein Anfänger, der weiss, dass er tiefer in die Materie einsteigen möchte sei auf jeden Fall ein umfangreicheres Buch (z.B. Candace Crockett) ans Herz gelegt.

Das Buch ist im Buchmarkt in Deutschland nicht mehr erhältlich, läßt sich aber ggf. noch in Leihbüchereien oder Antiquariaten finden.


Katz, Ruth J.: Card Weaving
Van Nostrand Reinhold Company, ISBN 0-442-24261-1, First edition 1977, 152 Seiten

Card Weaving Das Buch von Ruth Katz beschäftigt sich primär mit praktischen Aspekten des Brettchenwebens. Nach einer nur kurzen allgemeinen Einführung wird die Technik in einer Schritt-für-Schritt Einführung erläutert. Besonders interessant ist dann eine sehr ausführliche und mit zahlreichen Abbildungen dokumentierte Beschreibung von Basismustern sowie die ausführliche bebilderte Diskussion, welche Auswirkungen die verschiedenen Aktionen beim Brettchenweben haben. Abgerundet wird das Buch durch zahlreiche Musterdiagramme zum Nachweben.

Das Buch ist grade für den Anfänger, der nicht nur aufziehen und losweben, sondern auch verstehen will was er tut, geeignet. Leider liegt es nur in englischer Sprache vor und ist im Handel nicht mehr erhältlich.


Rottenbacher, Elfriede: Bunte Bänder handgewebt
Leopold Stocker Verlag, ISBN 3-7020-0925-6, Graz 2001, 96 Seiten

Bunte Bänder handgewebt Elfriede Rottenbacher beschreibt einfache Techniken des Bandwebens mit dem Webkamm wie auch das Brettchenweben. Die vorgestellten Muster sind sehr einfach gehalten und damit vor allem für Anfänger leicht nachvollziehbar und nachzuweben. Alle Arbeitsschritte werden in ausreichender Genauigkeit mit vielen Abbildungen beschrieben. Neben Beschreibungen der Technik gibt es einen fundierten geschichtlichen Hintergrund zur Band- und Brettchenweberei, der zwar in diesem kleinen Taschenbuch in der Ausführlichkeit natürlich nicht mit den Standardwerken mithalten kann, für den interessierten Leser aber viele Einblicke ermöglicht.

Das preisgünstige Taschenbuch von 2001 ist speziell für Anfänger interessant, da es nicht - wie andere Bücher - in die Tiefe geht, sondern notwendige Arbeitsschritte und einfache Muster anschaulich beschreibt. Jedem, der die Kunst des Band- oder Brettchenwebens nur ausprobieren möchte, kann dieses Werk uneingeschränkt empfohlen werden. Für weitere und tiefere Einblicke sollte aber in jedem Fall auf ein anderes (Standard-)Werk zurückgegriffen werden.


Schlabow, Karl: Die Kunst des Brettchenwebens
Karl Wachtholz Verlag Neumünster, ISBN 3-529-01701-9, 6. Auflage 1989, 31 Seiten

Die Kunst des Brettchenwebens Die kleine Abhandlung von Karl Schlabow ist eine Veröffentlichung des Fördervereines Industrie-Museum Neumünster e.V. und orientiert sich als solche auch daran, dem Publikum eines Museums in einem kleinen Büchlein die Basis einer altern handwerklichen Technik vorzustellen. Es werden zwar (auch im Sinne einer Anleitung) alle Aspekte des Brettchenwebens erwähnt, aber jeweils nur in aller Kürze. Fortgeschrittene Techniken finden in dem Buch (bei dem geringen Umfang nicht verwunderlich) höchstens Erwähnung.

Da das Buch sehr preiswert zu erhalten ist, sollte es bei jedem ernsthaftenen Weber im Bücherregal als Werk zum schnellen Nachschlagen nicht fehlen.

Snow, Marjorie and William: Step by Step Tablet Weaving
Golden Press New York, 1973, 80 Seiten

Step by Step Tablet Weaving Step by Step Tablet Weaving Das Das Buch von Marjorie und William Snow ist ähnlich wie das von Candace Crockett an praktischen Themen orientiert. Neben der obligatorischen Einführung in das Brettchenweben werden viele Muster zum Nachweben vorgestellt. Aufgrund seines Alters (1973) werden aber weitergehenede Techniken (zweifarbiges Weben, doppelseitiges Weben etc.) entweder nur kurz angerissen oder nur sehr oberflächlich beschrieben. Trotz des Alters des Buches war ich aber überrascht, völlig neue Anregungen an Mustern in diesem Buch vorfinden zu können.

Deutsche Ausgabe übersetzt von Gisela Sallen, Hörnemann Verlag Bonn 1977, ISBN 3-87384-317 X

Wäre dieses Buch heute noch erhältlich, wäre es für einen Anfänger die beste Grundlage, um in die Technik des Brettchenwebens einzusteigen. Das Buch ist leider nicht mehr erhältlich, ich konnte es aber z.B. über eBay ersteigern.


Specht, Sally; Rawlings, Sandra: Creating with Card Weaving
Crown Publishers Inc., ISBN 0-517-503484, First edition 1973, 96 Seiten

Creating with Card Weaving Im ersten Teil des Buches von Sally Specht und Sandra Rawlings wird eine Einführung in das Brettchenweben gegeben. Besonders die vielen Abbildungen (Fotos wie auch Zeichnungen) können dem Anfänger beim Erlernen des Webens sehr hilfreich sein. Leider werden konkrete Muster und Diagramme im folgenden nicht gegeben, so dass diese selbst erarbeitet werden müssen.

Sehr interessant ist der zweite Teil des Buches, in dem eine Vielzahl spezieller Techniken beschrieben wird, die eine Vielzahl von Verwendungsmöglichkeiten für brettchengewebte Borten und Bänder darstellen (daher auch der Titel des Buches).

Das Buch ist im Handel nicht mehr erhältlich, kann ggf. gebraucht besorgt werden.


Spies, Nancy: Ecclesiastical Pomp & Aristocratic Circumstance
Arelate Studio Jarrettsville (Maryland), ISBN 0-615-11681-7, 315 Seiten

Ecclesiastical Pomp & Aristocratic Circumstance Dem Titel des Buches nach wird man zunächst nicht auf ein Werk über das Brettchenweben schließen, der Untertitel A thousand years of brocaded tablet woven bands aber verrät schnell, um was es in dem Buch geht.

In dem Buch von Nancy Spies wird ein ganz spezieller Aspekt des Brettchenwebens in aller Ausführlichkeit (und vermutlich auch Vollständigkeit) vorgestellt: Die Verbindung von Broschieren (Broschierschüssen) und Brettchenweben. Im ersten Teil des Buches wird eine ausführliche historische Darstellung dieser Technik aufgeführt, gefolgt von praktischen Hinweisen zum Einsatz der Technik und der Beschreibung der Technik selber. Es werden wunderschöne historische Muster zum Nachweben vorgestellt (Beispiel können einer Gallerie von Nancy Spies bei Weavershand entnommen werden).

Der zweite Teil des Buches besteht aus einer katalogisierten Aufstellung von Brettchengewebe, welches mit dieser Technik hergestellt wurde. Das Buch von Nancy Spies ist daher sowohl für kunst- und kulturhistorisch Interessierte geeignet, wie auch für den Praktiker, der seine Fähigkeiten um eine neue Technik erweitern möchte.

Da das Buch nur in englisch erhältlich ist und wegen des hohen Preises ist es nur für den fortgeschrittenen Weber geeignet, der sich zudem mit dieser neuen Technik beschäftigen möchte. Wer hierzu bereit ist, wird wundervolle Vorlagen finden und sich und seine Webarbeiten immens berreichern.


Spies, Nancy; Bargmann, Ute: Anna Neuper's Modelbuch
Arelate Studio Jarrettsville (Maryland), ISBN 0-9718960-1-1, 56 Seiten

Anna Neuper's Modelbuch Text folgt


Sutton, Ann; Holtom, Pat: Tablet Weaving
Chales T Branford Co (Massachusetts), ISBN 0-8231-5045-3, 104 Seiten

Tablet Weaving Das Buch von Ann Sutton und Pat Holtom erinnert nicht nur im Format, sondern auch in Aufbau und Inhalt stark an das von Ruth Katz, geht aber bei weitem nicht in die Tiefe wie letzteres. Geschichte und Herkunft des Brettchenwebens werden nur sehr kurz wiedergegeben, die Anleitung beschränkt sich auf die grundlegenden Schritte. Fortgeschrittene Techniken (Weben mit anderen Brettchen als 4-Loch-Brettchen, andere Techniken) werden nur sehr kurz - meist nur auf einer Seite - angerissen. Positiv hervorzuheben sind die Kapitel Reading the pattern und How to correct faults, die in den meisten anderen Büchern nur kurz oder gar nicht beschrieben werden. Vor allem ein Kapitel, welches sich mit der Korrektur von Webefehlern beschäftigt fehlt in fast allen anderen Werken. Die Muster schließlich sind einfache 4-Loch-Basismuster in Schnurbindung, hauptsächlich bestehend aus Wellen- und Rautenformen. Diese sind dafür in recht hoher Anzahl vorhanden und können als Anregung dienen.

Das nicht mehr im Handel erhältliche Buch von 1975 hat eher Sammler- als Nutzwert. Für Einsteiger im angloamerikanischen Raum mag es wohl geeignet sein, doch auch hier gibt es vergleichbares Material, welches weit ausführlicher ist.


Staudigel, Otfried: Der Zauber des Brettchenwebens
Libri Books on Demand, ISBN 3-8311-1313-0, 250 Seiten

Der Zauber des Brettchenwebens Otfried Staudigel's Buch aus dem Jahre 2000 kann zurecht als das deutsche Werk der letzten Jahre zum Brettchenweben angesehen werden. Die Theorie wird auf ein Mindestmaß in Form einer historischen Einleitung reduziert. Es folgt eine fundierte, umfassende Einführung in die Praxis des doppelseitigen Brettchenwebens mit anschließender Betrachtung und Anleitung von über 50, hauptsächlich historischen, wunderschönen Motiven. Auch die Schnurbindung wird ausführlich erläutert. Das Buch wird komplettiert durch 18 Muster für Vier-Loch-Karten und 7 Muster für Sechs-Loch-Karten. Lediglich das Thema "Köperbindung" wird nur kurz angerissen. Techniken für Abschlüsse oder Strukturtechniken fehlen, was aber der Schwerpunkt des Buches auf Motive - nicht auf spezielle Techniken - erklären mag.

Staudigel's Buch für 80,-- DEM ist ein Muß für jeden engagierten Brettchenweber sowohl im deutschsprachigen Raum wie auch international. Das Buch ist durchgängig parallel in deutscher und englischer Sprache geschrieben. Die Übersetzung erfolgte übrigens unter Mitarbeit von Nancy Spies.


Artikel

Atwater, Mary Meigs: Byways in handweaving
The MacMillan Company New York, 128 Seiten

Byways in handweaving Der Klassiker von Mary Meigs Atwater beschreibt neben dem Brettchenweben weitere Sondertechniken des Handwebens. Im Vorwort beschreibt Atwater selber "Byways" als "Nebenstraße", sinngemäß andere Wege des Handwebens.

Das Kapitel zum Brettchenweben enhält einen kurzen historischen Überblick und eine Kurzeinführung in die Technik. Es wird eine Vielzahl einfacher Muster - vor allem aus dem Ägyptischen - gezeigt. Auch einige wenige Muster für 3- und 6-Loch-Brettchen sind angegeben. Bei den Variationen werden ägyptische Diagonalen und doppelseitiges Weben beschrieben. Das Buch ist reich illustriert und mit einigen Farbabbildungen von Brettchengeweben bebildert.

Auf den 23 Seiten über das Brettchenweben kann natürlich keine vertiefende Abhandlung einzelner Techniken des Brettchenwebens erwartet werden. Die Originalausgabe stammt von 1954 (mir liegt die Ausgabe von 1967 vor) und das Buch besitzt somit vor allem Sammlerwert. Im letzten Drittel des Buches werden jedoch auch Bänder aus verschiedenen Regionen der Welt beschrieben (Estland, Peru, Guatemala, Afrika), die ich - auch wenn sie nicht immer auf der Technik des Brettchenwebens beruhen - bisher in keiner anderen Literatur finden konnte. Die Motive dieser Bänder sind durchaus als Anregung zum Nachweben in Brettchenwebtechnik anzusehen.


Biel, Jörg (Hrsg.): Experiment Hochdorf
Schriften des Keltenmuseum Hochdorf, 96 Seiten

Experiment Hochdorf Aufgrund der alphabetischen Sortierung der Literaturliste nach Autoren erscheint diese Schrift des Keltenmuseums Hochdorf an erster Stelle der Liste, ist aber dennoch kein reines Buch über das Brettchenweben. Statt dessen wird im Abschnitt "Feine Tuche für den Fürsten" die Textilkunst der Kelten beschrieben. Ein großer Teil dieser Beschreibung bezieht sich dabei auf die brettchengewebten Funde aus dem Grabe des keltischen Fürsten. So ist neben der Beschreibung der Funde auch eine detaillierte Anleitung zum Nachweben eines der Funde angegeben. Neben Aspekten der brettchengewebten Funde findet sich in diesem Abschnitt auch einiges zu anderen Webtechniken (Gewichtstuhlweben) und Färbemethoden der Kelten.

Das Werk ist nicht über den Handel zu beziehen, sondern kann per Mail über das Keltenmuseum Hochdorf bestellt werden.


Dahle Emaus, Kirsti; Juhlin-Kristiansson, Ingela: Folkliga Band (ur Kulturens samlingar)
Kulturen Land Förlag Trelleborg 1985, ISBN 91-970441-7-2, 57 Seiten

Folkliga Band Text folgt


Merisalo, Viivi: Nauhoja
WSOY 1966, 112 Seiten

Nauhoja Text folgt


Naumann, Rose; Holl, Raymond: The off-loom weaving book
Charles Scribner's Sons, New York 1973, ISBN 684-13303-2, 190 Seiten

The off-loom weaving book Text folgt


Russell, Elfleda: Off-loom weaving
Little, Brown and Company Boston - Toronto, 180 Seiten

Off-loom weaving Text folgt


Tidow, Klaus und Jaacks, Gisela: Textilsymposium Neumünster (NESAT V)
North European Symposium on Archaeological Textiles V (4.-7.5.1993), Herausgegeben vom Textilmuseum Neumünster, 264 Seiten

NESAT V In den Texten des 5. nordeuropäischen archäologischen Textilsymposiums (Titel: Archäologische Textilfunde) befinden sich einige Beiträge zum Thema Brettchenweben. Johanna Banck beschreibt in ihrem Beitrag die Textilfunde von Hochdorf (vgl. dazu auch die Schriften des Keltenmuseums Hochdorf), Lise Rœder Knudsen zeigt die Analyse zweier brettchengewebter Bänder aus diesen Funden auf. Von Heidi Stolte wird die Nachbildung des Ärmeltuchs des Bischofs Ulrich von Augsburg beschrieben, Frances Pritchard beschreibt Brettchenfunde aus dem romanischen London. Neben diesen Texten, die sich unmittelbar dem Brettchenweben widmen, findet das Thema Erwähnung in einigen anderen Beiträgen, insb. solchen, die sich mit der Rekonstruktion historischer Kleidungsgegenstände befassen.

Die Dokumentation des Textilsymposiums kann über das Textilmuseum Neumünster zu einem Preis von 12 € bezogen werden:

Eine Gesamtübersicht über die NESAT-Dokumentationen kann einer Aufstellung von Carolyn Priest-Dorman entnommen werden.


Trotzig, Liv; Axelsson, Astrid: Weaving Bands
Van Nostrand Reinhold Company, New York 1974, ISBN 0-442-30033-6, 88 Seiten

Weaving Bands Text folgt


Zeitschriften

Ornamente (Textiles Gestalten International)
Verlag M.&H.Schaper, Borsigstr. 5, 31061 Alfeld (Leine)

Ornamente Im Schaper Verlag erscheint 5-mal jährlich die Zeitschrit Ornamente (Originaltitel Handwerken zonder grenzen). Im Jahr 1999 begann eine Serie von Marijke van Epen mit folgenden Einzelbeiträgen:

Unregelmäßig erscheinen auch in neueren Ausgaben Artikel zum Brettchenweben. Einzelexemplare können beim Verlag (Anschrift oben oder per Mail) nachbestellt werden.


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© 27.09.2000 Guido Gehlhaar