Ich gehe davon aus, dass 22 Brettchen verwendet werden, anderfalls gelten die Ausführungen für 22 Brettchen im Zentrum der Kette gelten.
Man startet in der Brettchenposition AD oben, wenn also die Widderhorn-Grafik als Grundlage für die Kettschärung zugrunde liegt, müsste z.B. beim Brettchen 5 ein X und ein O Kettfaden oben sein (der X Kettfaden zum Weber hin). Gewebt wird das Widderhorn am einfachsten mit 2 Brettchenstapeln, denn die Webreihenfolge sieht so aus:
Turn 1234567890123456789012
1 BBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBB
2 BBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBB
3 BBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBB
4 BBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBB
5 BBFFFBBFFFBBFFFBBFFFBB
6 BBFFFBBFFFBBFFFBBFFFBB
7 BBFFFBBFFFBBFFFBBFFFBB
8 BBFFFBBFFFBBFFFBBFFFBB
F=Brettchen vorwärts
B=Brettchen rückwärts
Also: Bei den ersten 4 Drehungen mit Schuss alle Brettchen rückwärts drehen. Bei den nächsten 4 Drehungen dann die Brettchen 3-5, 8-10, 13-15, 18-20 vorwärts drehen, die anderen Brettchen weiterhin rückwärts. Deswegen bietet es sich an, die Brettchen von Anfang an in zwei Stapel zu trennen, und diese Stapel dann jeweils getrennt zu drehen. Übrigens ist es ziemlich egal, wie der Anfang gewebt wird, man könnte auch Vorwärts- und Rückwärtsdrehungen vertauschen, dann würde das Hornmuster andersherum erscheinen.
Die oben aufgeführten 8 Drehungen werden solange wiederholt, bis entweder eine bestimmte Anzahl von "Hörnern" erreicht ist oder die Kette am anderen Ende soweit verzwirnt ist, dass ein Wechsel der Drehrichtung erfolgen muss. In diesen Fällen werden alle Richtungen vertauscht, im obigen Beispiel würde also wie folgt weitergewebt:
FFBBBFFBBBFFBBBFFBBBFF (4 x)
FFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFF (4 x)
Es gibt übrigens schöne Variationen, wenn nicht nach genau 8 Drehungen für ein Horn die Richtungen gewechselst wird, sondern schon früher. Der Phanasie des Webers sind hier nut wenige Grenzen gesetzt.