Kirchliche Trauung (11.09.1999)

Guido vor der Trauung (10:00-16:00)

Ilona Nach dem gemeinsamen Frühstück mit meinen Eltern und meiner Großmutter bei strahlendem Sonnenschein um 8:00 Uhr auf der Terasse meiner Eltern (siehe links) war es nun also so weit: Ich packte meine Sachen ins Auto, nahm Ilona den Ehering ab (den brauchten wir für die Kirche) und machte mich auf den Weg nach Aachen, wo ich den größten Schatz meines Lebens auch kirchlich heiraten sollte. Der wohl aufregenste und schönste Moment in meinem Leben stand bevor.

Für 10:45 Uhr war ich mit meiner Trauzeugin Kerstin verabredet. Zwar kam ich erst gegen kurz nach 10:00 Uhr von zu Hause weg, doch bei flüssigem Verkehr hätte ich die Strecke in 40-50 Minuten schaffen können. Der Verkehrsfunk war leider grade vorbei, so dass ich in der Hoffnung auf freie Autobahnen losfuhr. Aber denkste! Ich war grade auf der A 1 Richtung Koblenz in Höhe des Autobahnkreuzes Köln-Nord, als der erste Stau mich auch schon aufhielt. Naja, das Autobahnkreuz ist meist sehr voll und Stau dort nichts Besonderes. In der Regel ist man in 10-15 Minuten durch den Stau dort durch. Dennoch wollte ich Ilona anrufen, um sie vorzuwarnen, denn sie hatte um 11:30 Uhr einen Frisörtermin in Aachen, und wenn sie zu spät bei mir losfahren würde, hätte es knapp werden können. In diesem Moment mußte ich entsetzt feststellen, dass ich mein Handy zu Hause in Langenfeld gelassen hatte. Ich konnte Ilona nicht vorwarnen, aber schlimmer noch, ich konnte mich auch nicht bei Kerstin melden und ihr Bescheid sagen, dass ich mich etwas verspäten würde.

Ziemlich sauer über meine eigene Vergeßlichkeit erwartete ich gegen 10:30 Uhr den Verkehrsfunk, denn ich stand immer noch zwischen dem Kreuz und der Abfahrt Köln-Bocklemünd im Stau. Und dann der Schock: Zwischen Köln-Niehl und dem Autobahnkreuz Köln-West 10 Kilometer Stau . . . Welche schreckliche Gedanken schoßen mir jetzt durch den Kopf: Eine Stunde bis zum Kreuz West stehen? Was, wenn Ilona auch in den Stau herein gerät? Schaffen Kerstin, Marc und ich überhaupt noch die ganzen Vorbereitungen, die wir in Aachen noch zu tun hatten? Ziemlich laut fluchend verließ ich in Köln-Bocklemünd die Autobahn und machte mich mit der Karte auf dem Beifahrersitz auf den beschwerlichen Überlandweg zur A 4.

Zunächst war auch die Umleitung über Land (verständlicherweise) ziemlich überlastet, aber nach einigen Kilometern in Richtung Kerpen wurde es besser und zumindest auf diesem Weg konnte ich flüssig fahren. Am Autobahnkreuz Kerpen bin ich gegen 11:00 Uhr auf die A 4 gefahren und konnte den Weg dann von dort aus ohne weitere Verkehrsstöhrungen fortsetzen. Gegen 11:20 Uhr - nach fast 1 1/2 Stunden Fahrt bin ich dann am Otto-Petersen-Haus in Aachen bei Kerstin angekommen.

Wir hatten bis zur kirchlichen Trauung noch eine Menge zu tun:

Etwas besorgt ob der knappen Zeit machten Kerstin und ich uns sofort auf dem Weg. Glücklichweise gab es am Ende der Rütscher Straße zur Roermonder Straße sowohl einen Blumenladen wie auch ein kleines italienisches Lebensmittelgeschäft. Während Kerstin im Auto wartete (natürlich war vor den Läden kein Parkplatz frei und so hielt ich einfach vor einer Einfahrt) kaufte ich im Blumenladen alle 14 dort noch vorhandenen Sonnenblumen in der Hoffnung, diese würden für die Tischdeko ausreichen. Nebenan beim Italiener schnappte ich mir eine ganze Kiste Weintrauben und stürzte in den Laden. Als ich auf die Frage der Verkäuferin, wieviel ich denn nun haben wollte "Alle" antwortet, hatte sie verdammt verdutzt dreigeschaut und einige Zeit überlegen müssen, wie sie denn nun die Menge abwiegen sollte. Nachdem wir uns auf einen Festpreis für die ganze Kiste geeinigt hatten, ging es weiter zum Copyshop.

Das Auto hatten wir bei den Bergbauern (Naja . . . Fachbereich Eisenhüttenkunde) in der Intzestraße geparkt und gingen zügigen Schrittes zum Copyshop in der Turmstraße. Der nächste Hammer: Der Copyshop hatte Samstags geschlossen. Also düsten wir weiter in die Pontstraße, wo es eine Menge Copyshops gab. Im Copyshop Buchkremer haben wir dann die Kopien angefertigt und auch heften können. Doch die Zeit verstrich Minute um Minute. Erst wollte ich Kerstin alleine kopieren lassen und bei Ilona's Frisör vorbeischauen, ob sie gut und vor allem rechtzeitig angekommen wäre, denn der Frisör war nur wenige Meter von dem Copyshop entfernt in der Pontstraße. Durch den Zeitdruck aber arbeiteten Kerstin und ich mit Hochdruck an den Programmen für die Kirche. Hinterher habe ich erfahren, dass Ilona zum Glück den Verkehrsfunk vor dem Stau gehört hatte und ih direkt umfahren konnte. Sie war fast gleichzeitig mit mir in Aachen angekommen.

Nach fast einer Stunde Arbeiten waren wir dann fertig. Kurz vor Ende unserer Arbeiten im Copyshop rief uns Marc über Kerstin's Handy an. Marc war mit Olav bereits gegen 11:00 Uhr auf Gut Schwarzenbruch eingetroffen und erwartete uns dort, um uns beim Dekorieren der Tische zu helfen. Da Marc noch einige andere Dinge erledigen mußte, konnte er nicht länger auf uns warten. Olav blieb jedoch auf Gut Schwarzenbruch um uns gleich bei der Deko zu helfen. Gegen kurz nach 12:30 Uhr machen Kerstin und ich uns auf den Weg nach Gut Schwarzenbruch.

Auf Gut Schwarzenbruch ließ ich zunächst Olav und Kerstin an der Tischdeko alleine arbeiten, während ich mich auf dem Weg zum Romantikhotel nach Stolberg machte. Der Weg zum Hotel war länger als ich erwartet hatte und auch wenn ich den Schlüssel für unser Zimmer sehr schnell hatte, so benötigte ich doch eine halbe Stunde bis ich wieder zurück auf Gut Schwarzenbruch war. Auf der Rückfahrt beschäftigte mich vor allem die Frage, wo ich den Schlüssel lassen sollte, damit niemand diesen findet und unser Hotelzimmer "verwüstet". Doch da war es eh schon zu spät . . .

Etwa um 13:20 Uhr war ich zurück auf Gut Schwarzenbruch, wo ich noch meinen Eltern begegnete, die das Anwesen auf dem Weg zum Hotel verließen. Offensichtlich wollten sie sich die Lokalität vorher schon einmal ansehen. Olav und Kerstin hatten in der Zwischenzeit ganze Arbeit geleistet und in der guten halben Stunde, in der ich weg war, alle Tische im Pavillion fertig dekoriert. Nach einer schnellen Zigarette machten sich Olav und Kerstin auf nach Stolberg und ich zurück zum OPH nach Aachen.

Der Weg von Gut Schwarzenbruch nach Aachen lief recht schnell, denn obwohl es Samstag Nachmittag war, hielt sich der Verkehr in Aachen in Grenzen. Im Otto-Petersen-Haus erwartete Marc mich schon. Er selber hatte nur auf uns gewartet und machte sich, nachdem ich in alle Details der örtlichen Waschgelegenheiten eingeweiht wurde, auf den Weg zum Hotel, Simone abholen, dann den Wagen besorgen und dekorieren und schließlich zu Ilona, die er im Kastanienweg abholen sollte und wo sie sich auf die Hochzeit vorbereiten wollte. So war ich gegen 13:45 Uhr alleine in Marc's Zimmer. Während der Fernseher lief fiel mir mit Schrecken ein, dass ich ja unser Trauversprechen noch auswendig lernen mußte. So verbrachte ich die nächsten 15 Minuten damit, den Spruch abzuschreiben und auswendig zu lernen. Dann - kurz vor 14:00 Uhr - ging es ab unter die Dusche, Anziehen und fertig machen. Eigentlich wollten Kerstin und ich um 14:15 Uhr los zur Kirche. Ich war um 14:20 Uhr fertig und klopfte bei Kerstin ans Zimmer. Sie selber würde noch 5-10 Minuten brauchen. Also nutzte ich die Gelegenheit, eine Zigarette nach der anderen zu rauchen und mir dabei immer wieder das Trauversprechen durch den Kopf gehen zu lassen.

Kurz vor 14:30 Uhr machten wir uns dann mit meinem Wagen auf den Weg zur Annakirche. Kerstin wollte zunächst am Elisenplatz vorbei fahren, doch dort ist die Durchfahrt verboten. Da ich mich nicht genau genug in der Aachener Innenstadt auskannte, sind wir letztendlich einmal um den Grabenring (Westseite) herum zur Annastraße gekommen (ca. 14:40 Uhr). Auf dem Parkplatz zur Kirche war grade Viola mit meinem Patenkind Lukas eingetroffen und begrüßte mich schon bestens gelaunt. Kerstin hatte noch einen Parkplatz am Grabenring gefunden und so hatten wir es nicht weit bis zur Kirche.

Guido In der Kirche erwartete uns der Küster um die Fragen nach dem Blumenschmuck mit uns zu klären. Gäste waren noch keine anwesend doch schon wenige Minuten nach unserer Ankunft strömten sie einer nach dem anderen heran, während ich wartete (rechts) und weiterhin die ganze Zeit aufgeregt versuchte, das Trauversprechen nicht zu vergessen.

Währed der Wartezeit traf eine junge Dame ein, die ich nicht kannte. Zuerst hatte ich vermutet, es wäre eine mir noch nicht Bekannte von Ilona gewesen. Es war aber, wie sich dann herausstellte, eine Sängerin, die während unseres Gottesdienstes sang. Als sie einige Lieder der Akustik während probte hatte ich zum erstenmal an diesem Tag Mühe, meine Tränen zu unterdrücken. Dananch gab es die letzte Zigarette und um 15:55 Uhr zerrte Kerstin mich zurück in die Kirche. Kurz vor 16:00 Uhr begrüßte mich noch der eintreffende Pastor, dann waren auch alle Gäste in der Kirche eingetroffen. Pünktlich um 16:00 Uhr erklangen die Glocken, ich warf einen Blick auf das Portal, erspähte einen Zipfel Weißes und wartete weiter. Diese letzten Sekunden kamen mir wie Stunden vor.

16:02 Uhr: Die Glocken verstummten, der Hochzeitsmarsch erklang und ich bemerkte, wie die Gäste hinter mir in der Kirche sich von ihren Plätzen erhoben. Dann drehte ich mich wieder um in Richtung Portal . . .

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© 06.11.1999, 22:00 Uhr, Ilona Gehlhaar (sunnie), Guido Gehlhaar (Steinmaus)