Ab heut seid Ihr ein Ehepaar
ich kann's nicht glauben, ist es wahr?
Ich habe einen Schwiegersohn
den wünschte ich mir lange schon.
Ihr habt Euch gebunden ohne Eile und Hast,
doch weißt Du, wen Du geheiratet hast?
Ich will es verraten, wenn's Dich interessiert.
Ilona war sehr früh schon emanzipiert !
Sie wußte schon bald was sie wollte, was nicht,
etwas davon erzählt das Gedicht.
Der Ehealltag ist oft hart,
drum hab ich ein paar Tips parat.
Mit einem Blumenstrauß, 'nem schönen
kannst Du deine Frau verwöhnen.
Mal mit der Liebsten Essen gehen,
mit ihr am Fußballplatze stehen.
Kauf Kino- und Theaterkarten,
dann läßt der Dank nicht auf sich warten.
Doch für Ilona wär's der größte Schock,
kaufst du ihr einen blauen Faltenrock !
Das mußte ich einmal erfahren,
es war vor vielen, vielen Jahren.
Da nähte ich ihr so ein Stück,
war voller Freude, voller Glück,
doch meine Tochter stand nur da
verzog's Gesicht und wurde starr.
Dann fing sie plötzlich an zu weinen
"Ich mag das blöde Ding nicht leiden !"
Ich weiß nicht, hat sie Dir gesagt,
wohin den ersten Schritt sie tat?
Es war im Sommer in Cuxhaven,
wo wir uns mit Bekannten trafen.
Wir machten Urlaub, da am Strand,
sie war noch klein, lief an der Hand.
Auf einmal wollt sie das nicht mehr,
lief los und rannte hinter Thomas her.
Zum Glück hatte dies Verhalten keinen Bestand,
sie ist keinem Jungen mehr hinterher gerannt.
Sie war etwa vier, Jörg war schon da,
wir brachten beide zur Omama.
Wir hatten einen Termin, ein Haus anzuseh'n.
Ein eigenes Haus, das wäre schön.
Aber Oma war nicht allein, sie hatte Besuch,
das fand Ilona gar nicht gut.
"Ich gehe zu Ralf" sagte sie noch ganz keck,
die Tür fiel zu, Ilona war weg.
Man unterhielt sich über Gott und die Welt,
bis man merkte, das Mädchen fehlt.
Es ist doch schon dunkel, es konnt gar nicht sein,
sie ging dann nicht mal in den Keller hinein.
Und dann zu Ralf, den ganzen Weg,
im Nu ist Oma hinterher gefegt.
Sie war ganz fertig, den Tränen nah,
es geht keinen an, was dann geschah.
Sie wurde älter und wuchs heran,
Kindergarten und Schule schlossen sich an.
Sie war lieb und hilfsbereit,
für Hausaufgaben blieb wenig Zeit.
Sie wurden gemacht in aller Schnelle,
denn Sport stand bei ihr an erster Stelle.
Beim Elternsprechtag mußte ich hören,
Ilona würde den Unterricht stören.
Das kann gar nicht sein, so still wie sie war,
was los war, ist mir bis heute nicht klar.
Sie hat wohl gedacht "Du alte Kuh,
dir dreh ich einfach den Rücken zu."
So lieber Guido, jetzt weißt Du Bescheid,
hast Du schon bereut, wen Du hast gefreit?
Nein, über so was kannst Du nur lachen,
das war'n in der Kindheit nur ganz kleine Sachen.
Macken hat jeder, daß weiß ich ganz genau,
doch ich bin sicher Du liebst deine Frau
so wie sie ist, mal traurig, mal heiter,
dann geht es im Leben auch immer weiter.
Ich wünsche Euch alles erdenkliche Glück,
und hoffe, ihr denkt an diesen Tag gerne zurück.